GGL fordert verschärfte Maßnahmen gegen unregulierte Online-Glücksspielangebote
Viktor Neumann · Oct 10, 2026

GGL fordert verschärfte Maßnahmen gegen unregulierte Online-Glücksspielangebote

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat im Oktober 2026 neue Vorschläge für strengere Kontrollen im Online-Glücksspiel vorgelegt und richtet den Blick dabei auf bestehende Lücken im System. Die Behörde will das länderübergreifende Spielersperrsystem OASIS ausbauen, Zahlungsdienstleister stärker einbinden und die aktuellen Einzahlungslimits überprüfen. Diese Schritte erfolgen im Rahmen der laufenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags von 2021, der unter anderem Bankhalterspiele wie Blackjack reguliert.
Stärkung des OASIS-Systems im Fokus
Die GGL sieht in OASIS ein zentrales Instrument, um Spieler wirksam vor problematischem Verhalten zu schützen, und fordert deshalb eine engere Verknüpfung zwischen allen lizenzierten Anbietern. Durch zusätzliche technische Schnittstellen sollen Sperren schneller greifen und Umgehungsversuche erschwert werden. Beobachter der Behörde berichten, dass bereits erste Tests mit erweiterten Datenabgleichen laufen, während die konkrete Umsetzung noch mit den Ländern abgestimmt wird.
Druck auf Zahlungsdienstleister nimmt zu
Neben der Verbesserung von OASIS richtet die GGL den Blick auf Zahlungsströme und verlangt von Banken und Finanzdienstleistern eine aktivere Rolle. Transaktionen an nicht lizenzierte Plattformen sollen künftig stärker blockiert werden, damit Spieler leichter bei regulierten Anbietern bleiben. Erste Gespräche mit Verbänden der Zahlungsbranche haben bereits stattgefunden, und die Behörde kündigt an, in den kommenden Monaten weitere technische Standards zu erarbeiten.
Überprüfung der Einzahlungslimits steht an
Aktuell gelten für Online-Slots ein Spin-Limit von einem Euro und eine monatliche Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro, die in begründeten Fällen individuell angehoben werden kann. Die GGL will diese Grenzen im Zuge der Vertrags-Evaluierung erneut prüfen und gegebenenfalls anpassen. Daten aus dem laufenden Betrieb zeigen, wie oft Spieler die bestehenden Limits bereits ausschöpfen, und liefern der Behörde wichtige Anhaltspunkte für mögliche Änderungen.

Auswirkungen auf Spieler und Verifizierungsprozesse
Spieler müssen mit zusätzlichen Verifizierungsschritten rechnen, sobald die neuen Kontrollen greifen. Die Behörde betont, dass diese Maßnahmen mehr Transparenz über Ausgaben schaffen und gleichzeitig den Zugang zu unregulierten Angeboten erschweren sollen. Viele Nutzer von regulierten Plattformen erleben bereits heute, dass Identitätsprüfungen schneller ablaufen als noch vor wenigen Jahren, und die GGL rechnet mit einer weiteren Beschleunigung durch die geplanten Schnittstellen.
Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021
Der Vertrag von 2021 bildet die rechtliche Grundlage für lizenzierte Online-Casino-Spiele und wird derzeit umfassend bewertet. Im Oktober 2026 stehen mehrere Arbeitsgruppen der Länder vor der Aufgabe, erste Ergebnisse zusammenzufassen und Empfehlungen für Anpassungen vorzulegen. Blackjack fällt dabei unter die Kategorie der Bankhalterspiele und unterliegt den jeweiligen Landeslizenzen, die mit den neuen Kontrollmechanismen besser abgestimmt werden sollen.
Fazit
Die Vorschläge der GGL zielen darauf ab, bestehende Regelungen im Online-Glücksspiel weiter zu schärfen und gleichzeitig die technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die laufende Evaluierung des Staatsvertrags liefert dabei den Rahmen, innerhalb dessen diese Maßnahmen diskutiert und umgesetzt werden können.